Feldgeding in der Geschichte

Feldgeding weist auf eine sehr frühe Besiedelung hin. Ein Brandgräberfeld aus der Urnenfelderzeit (ca. 1200 bis 750 v. Chr.) südwestlich von Feldgeding an der Strasse nach Geiselbullach ist Zeuge dieser Zeit.

Feldgeding wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 842 erwähnt unter dem Namen "Feldcundigon". Ursprünglich besteht der Name (nach Prof. Dr. Liebhart) aus dem Grundwort "-ing", was sovielbedeutet wie "bei den Leuten", und aus einem zweitteiligen Bestimmungswort: Dieses setzt sich aus"Feld" für "waldfreie Fläche" und dem Personennamen "Gundo" zusammen. Danach bedeutet der Ortsname "bei den Leuten des Gundo an einer waldfreien Fläche". Der Zusatz "Feld" war nötig zur Unterscheidung vom Nachbarort "Günding". Der Germane Gundo dürfte der Ortsgründer gewesen sein.

In der genannten Urkunde übertrug ein Priester Oato in Freising seinen Erbsitz an die Bischofskirche, genauer gesagt an das Domstift zu Freising. Es waren dies "zwei Häuser, drei Scheunen oder Speicher, Ackerland zweier bäuerlicher Betriebsstellen und vom Mooswald so viel, wie der Stifter gemeinsam mit seinen Miterben besitzt, dazu 15 Leibeigene.". 8 Jahre später, also 850, erscheint in einer weiteren getätigten Schenkung die Edle Rosmot als Besitzerin.

Ab 909 fallen die Ungarn öfter in das Gebiet ein, ermorden und verschleppen Männer, Frauen und Kinder, plündern Vieh und hinterlassen schwere Schäden für die Landwirtschaft. Im Jahre 955 wurden die Ungarn auf dem Lechfeld vernichtend geschlagen und kehrten nie mehr nach Bayern zurück. Hufeisen von den Ungarnpferden kommen heute noch bei Feldarbeiten in der Feldgedinger Flur zutage und bestätigen die Geschichte.

Erst 250 Jahre nach der ersten urkundlichen Nennung erscheint Feldgeding wieder in den Archivalien. Am Ende eines politischen, sozialen und wirtschaftlichen Wandels ist der Ort wie alle anderen grundherrschaftlich zersplittert und im Besitz von Kirche und Adel. Im Frühjahr des Jahres 1143 wurde die erste Dachauer Burg auf dem Giglberg zwischen Dachau und Mitterndorf durch Herzog Jasomirgott zerstört und die umliegenden Ortschaften, so auch Feldgeding, überfallen und verwüstet. Von 1255 bis 1403 mußten die Feldgedinger Bauern zum Aufbau der wiederholt zerstörten Dachauer Burg an der Wieningerstrasse "Robotfahrten und Scharwerkleistungen" erbringen. Auch beim Bau des Dachauer Schlosses an der jetzigen Stelle mußten sie mithelfen.

1455 zählt "Veldkhading" 10 Anwesen, 40 Jahre später 15 Anwesen, davon 6 Ganzhöfe und 9 Sölden (Kleinhäusler) .... Im Jahr 1500 existieren bereits 20 Anwesen, davon 2 Ganzhöfe, 4 Huben (Halbhöfe), 3 Lehen (Viertelhöfe) und 11 Sölden. 1554 erscheint auf der Landkarte des Dr. Philipp Apian wohl die erste Aufzeichnung von "Velcketing" zwischen "Maisachfluß und Amberfluß".

Von 1583 bis 1745 findet alljährlich am Osterdienstag, Ostermittwoch und am Augustinustag (28. August, Patronizium), dem "kloan Kirta" ein sogenannter Jahrmarkt statt. Dieser Heißen- oder Fohlenmarkt gehörte zu den größten Feiertagen in Feldgeding und wurde auf dem Platz zwischen heutigem Kriegerdenkmal und Kirche abgehalten. Es galt als kapitales Verbrechen, an diesem Tag zu arbeiten. Die Dachauer kamen in Scharen zu diesem Markt. Zu dieser Zeit gehörte Feldgeding zu den reichsten Ortschaften im Umkreis.

Feldgeding machte im Lauf seiner Geschichte manche Katastrophe mit. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Feldgeding große Quartierlasten aufgebürdet. Beim Rückzug der Schweden wurde Feldgeding durch Feuer fast vernichtet, sogar die Altäre, die Beichtstühle und die Kirchenbänke der Feldgedinger Kirche wurden verbrannt. Nach dem Schwedeneinfall folgte die Pest und dezimierte die Einwohner Feldgedings auf ein Fünftel. 1663 führte die Amper so starkes Hochwasser, daß sehr große Ernteeinbrüche die Folge waren und der Zehnt aus der Ortschaft Feldgeding an den Pfarrer von Bergkirchen nur mehr 164 Gulden betrug. In den ersten Augusttagen des Jahres 1704 wüteten englische und holländische Truppen im Spanischen Erbfolgekrieg in Feldgedinger Gebiet und verwüsteten es.

1705 war ein außerordentliches Mißjahr: 4 Monate gingen starke Regenfälle nieder und vernichteten große Teile der Ernte. 1706 und 1707 herrschte dagegen eine übermäßige Trockenheit, bei der die Hälfte des Getreides verlorenging. Eine erneute Verwüstung erlebte Feldgeding 1727, als österreichische Truppen brennend und sengend durch das Land zogen. Im Jahr 1807 herrschten in Feldgeding die Blattern. Innerhalb eines Monats starben 5 Kinder. 1813 folgten die Weiße und die Rote Ruhr, die innerhalb weniger Tage 4 Kinder dahinrafften.

Trotz dieser Katastrophen entwickelte sich Feldgeding immer weiter. 1760 besitzt Feldgeding 25 Anwesen und gehört zum Amt Esting und zur Hauptmannschaft Olching. Da die Ortschaft mehr als 20 Anwesen aufzuweisen hat, wird Feldgeding 1818 eine eigene Gemeinde und gehört zum Steuerdistrikt Eisolzried. 1848 ist die endgültige Aufhebung des Grundobereigentumsrechtes, es gibt keine Grundherren mehr. Die Bauern sind frei, können kaufen und verkaufen. Daraus resultiert das allgemein einsetzende "Bauernlegen" des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Im Ersten Weltkrieg lassen 8 Männer ihr Leben, im Zweiten Weltkrieg beklagt man 17 Soldaten. Nach 1945 wächst Feldgeding sprunghaft durchden Zuzug der Heimatvertriebenen. Im Laufe der folgenden Jahre und Jahrzehnte entwickelt sich der Ort zu einer wohlsituierten Gemeinde, die seit der Gebietsreform 1978 integrierter Teil der Großgemeinde Bergkirchen ist und ihre Eigenständigkeit durch Tradition und reiches Vereinsleben bewahrt hat.

nach der Festschrift des Schützenvereins Hubertus Feldgeding 1995