Die älteste Nennung der Kirche zu Feldgeding stammt aus dem Jahre 1315. Sie war damals eine der vier Filialkirchen der Pfarrei Bergkirchen mit eigenem Friedhof. Das Jahr der Erbauung ist unbekannt. Damals war die Kirche der Heiligen Mutter Anna geweiht. Aus dieser Zeit sammt die Holzplastik der "Anna-Selbdritt" aus dem Jahre 1430, die heute noch an der nördlichen Chorwand des Gotteshauses zu sehen ist. Sie stellt die Heilige Mutter Anna sitzend mit ihrem Kind Maria und ihrem Enkel Jesus dar und wurde möglicherweise in dieser Zeit als Gnadenbild verehrt.

Herzog Sigismund, der damalige Besitzer der Hofmark Eisolzried, soll der Überlieferung nach Mitte des 15. Jahrhunderts in Feldgeding eine neue Kirche gestiftet haben. Auf einen höfischen Stifter weist auch das Patronizium dieser Kirche hin. Es ist dies der Heilige Augustinus, ein hochkarätiger Kichenlehrer, den man sonst nirgends im Dachauer Land als Kirchenpatron findet. Im Jahr 1477 stiftete Herzog Sigismund "der lieben Heiligen Frawen Sand Anna und Irem Gotzhawes zu Velchading" eine ewige Wochenmesse, die bis zum Jahr 1920 gelesen wurde.

Vermutlich war Feldgeding zur Zeit Sigismunds eine eigene Pfarrei mit allen pfarrlichen Rechten, d. h. dem Recht auf Taufe und Beerdigung. Eine leider unleserlich gewordene Priestergrabplatte aus dem Jahr 1508 weist darauf hin.

Im Südlichen Langhausfenster befindet sich ein kleines, rundes Glasgemälde (signiert 1513) des Bergkirchner Vikars Thomas Lämpl. Es zeigt den Stifter knieend vor der Gottesmutter. Er dürfte wohl aus dem "Lampl"-Anwesen in Feldgeding stammen. 1561 wird das Langhaus der jetzigen Kirche neu erbaut, der Turm mit seinem gotischen Satteldach bleibt bestehen.

Am 04.10.1648 wurde die Inneneinrichtung der Kirche beim Rückzug der Schweden von Dachau nach Augsburg durch Feuer zerstört. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erhielt die Kirche ihre noch heute weitgehend erhaltene Barockausstattung und wurde 1671 wieder eingeweiht. Der Hochaltar aus der Zeit um 1660 stellt den Kirchenpatron Augustinus dar. Beachtswert ist der rechte Seitenaltar (um 1668), welcher der Hl. Mutter Anna geweiht ist, die in frühen Jahrhunderten hierzulande viel verehrt wurde.

Der linke Seitenaltar ist den "Unschuldigen Kindern" geweiht und zeigt Schreckensszenen über deren Ermordung, wohl eine Anspielung auf die nicht weit zurückliegende schreckliche Kriegszeit. Ein Meisterstück mittelalterlicher Handwerkskunst ist das schön gearbeitete Schloß der Sakriseitür.

In den folgenden Jahrzehnten nahm der Zustand der Kirche und der Friehofsmauer sichtbar ab. Der Friedhof wird ab 1740 nicht mehr belegt. Nach einer Eintragung des Pfarrers Baron von Froschheim 1775 heißt es: "Bei dem Freydhof zu Feldgeding is ein solches Grausen, der sich darin äußert, daß die halbverfaulten Toten ihre Körper zum Theill herausliegen und die Hund und Schwein bald da, bald dort etwas abzwacken, ausgraben und herumziehen." Aber erst 1789 werden Kirche und Friedhofsmauer repariert.

Die Kirche wird in den folgenden 200 Jahren immer wieder renoviert und ausgestattet. Die letzte große Renovierung war 1985 unter Pfarrer Eggendinger. Der Turm mit seinem Storchennest, das bis 1960 bewohnt war, ist weithin als Wahrzeichen bekannt.

nach der Festschrift des Schützenvereins Hubertus Feldgeding 1995